Pressemitteilung: Eskalation der Gewalt an Syriens Küste

Nach Berichten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte eskaliert die angespannte Lage in Syrien erneut. So eröffneten am 25. November Kräfte der Übergangsregierung das Feuer auf friedliche Demostrationen in Homs, Jableh und Latakia. Die Beobachtungsstelle berichtet, dass es große Truppenbewegung in Richtung der syrischen Küstenregionen gibt, wo viele Alawiten leben. Bereits im März verübten Truppen der Übergangsregierung Massaker an Alawiten, bis zu 1000 Menschen starben. Auch in der Provinz Suweida, wo viele Drusen leben, gab es am gestrigen Tag erneut Kämpfe, mindestens ein Zivilist starb.

In dieser Situation ruft die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien die Übergangsregierung in Damaskus zu einem Ende der Gewalt auf. In einer aktuellen Erklärung heißt es:

„Wir fordern die Übergangsregierung in Damaskus auf, den Willen der Bevölkerung an der Küste, im Süden und anderen Regionen zu respektieren und vollständig auf Gewalt und den Einsatz von Waffen gegen friedliche Demonstranten zu verzichten. Die Eskalation in Homs, an der Küste, in Suweida und anderen Regionen Syriens wird gefährliche Folgen für die Zukunft des Landes und die neue Phase haben, in der die Syrerinnen und Syrer versuchen, ein demokratisches, dezentralisiertes Syrien aufzubauen und Chauvinismus und Diktatur ein Ende zu setzen.“

Khaled Davrisch, Repräsentant von Nord- und Ostsyrien in Deutschland, kommentiert:
„Syrien braucht heute mehr denn je einen echten nationalen Dialog. Nur durch Respekt und demokratische Zusammenarbeit können wir die Krise überwinden und ein dezentrales, demokratisches Syrien aufbauen.“

Die vollständige Erklärung finden Sie hier:
https://nordundostsyrien.de/angriffe-zivilisten-kueste/

Die Berichte der Syrischen Beobachtungsstelle der Menschenrechte finden Sie hier:
https://www.syriahr.com/en/373927/
https://www.syriahr.com/en/374018/
https://www.syriahr.com/en/374021/