Pressemitteilung: Übergangsregierung verletzt Waffenstillstand – internationaler Schutz kurdischer Gebiete notwendig

 

Laut übereinstimmenden Berichten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte und der Syrisch-Demokratischen Kräfte (SDF) hat die syrische Übergangsregierung an mehreren Stellen den Waffenstillstand verletzt, der am 20. Januar um 20 Uhr in Kraft getreten ist.

Die SDF veröffentlichten am 21.01. eine Liste mit den Verstößen:

  • 20:10 Uhr gestern: Mit Damaskus verbündete Gruppierungen beschossen die Stadt Zirkan nördlich von Hasaka mit schwerer Artillerie. Der Beschuss dauerte über eine Stunde.
  • Gestern um 20:20 Uhr: Mit Damaskus verbundene Gruppierungen starteten einen Angriff mit schweren Waffen auf das Dorf Tal Baroud, das an der Straße Abyad–Abyad südlich von Hasaka liegt.
  • 11:30 Uhr heute: Mit Damaskus verbündete Gruppierungen griffen unsere Streitkräfte in der Nähe der Stadt Sarrin an. Unsere Streitkräfte stellten sich dem Angriff entgegen und wehrten ihn ab.
  • 11:45 Uhr heute: Ein Konvoi von mit Damaskus verbundenen Gruppierungen griff unsere Streitkräfte im Dorf Basel an der Straße Abyad–Abyad südlich von Hasaka an.
  • 14:10 Uhr heute: Mit Damaskus verbündete Gruppierungen starteten einen zweiten Angriff auf unsere Streitkräfte in der Nähe der Stadt Sarrin, südlich von Kobani. Unsere Streitkräfte konnten den Angriff erfolgreich abwehren.
  • 14:45 Uhr heute: Mit Damaskus verbundene Gruppierungen beschossen das Dorf Hamdoun südlich von Kobani mit schweren Waffen, was zum Märtyrertod einer Frau führte.

Den Bericht der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte finden Sie hier: https://www.syriahr.com/en/376670/

Angesichts der aktuellen Lage in den kurdischen Gebieten in Syrien, erklärt Elham Ahmad (Außenbeauftragte der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien):

„Der Übergangsprozess in Syrien steht derzeit kurz vor dem Scheitern. Dies liegt nicht im Interesse Europas. Die Bundesregierung muss konkrete Maßnahmen zum Schutz der kurdischen Gebiete in Syrien und der kurdischen Zivilbevölkerung ergreifen. Der Waffenstillstand muss fortgesetzt und vollständig umgesetzt werden. Es braucht jetzt europäische Garantien für die kurdischen Gebiete und die kurdische Bevölkerung in Syrien“