Pressemitteilung: Zahl der Todesopfer in Aleppo steigt
Seit Dienstag, den 06.01. eskalieren Milizen, die mit der syrischen Übergangsregierung in Damaskus verbunden sind, die Situation in Aleppo. Mit Panzern, Artillerie und Drohnen greifen sie Zivilisten in den Vierteln Scheich Maqsoud und Aschrafiye an. Dort wohnen viele Kurden und Christen. Stand heute sind 7 Menschen getötet und mindestens 50 weitere verletzt worden. Zuvor waren die Viertel bereits einer Blockade ausgesetzt, die die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten erheblich beeinträchtigte.
Khaled Davrisch, Repräsentant der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien, erklärt:
„Dass die Übergangsregierung in Damaskus die Lage in Aleppo eskaliert, ist wirklich besorgniserregend. Syrien befindet sich in einem komplizierten Übergangsprozess. Wir brauchen jetzt Friedensgespräche, keine Bomben. Die Syrerinnen und Syrer haben genug gelitten.“
Verantwortlich für die Angriffe gemacht werden Milizen, die der Türkei nahe stehen, darunter Al-Hamzat, Al-Amshat, Sultan Murad und Nureddin al-Zenki. Die Angriffe dieser Milizen auf Zivilisten in Aleppo belasten den Dialog zwischen der Übergangsregierung in Damaskus und der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien. Am 10. März 2025 hatten sich beide Seiten auf ein Grundlagenabkommen geeinigt, das unter anderem einen landesweiten Waffenstillstand und eine Integration der zivilen und militärischen Institutionen der Selbstverwaltung ins neue Syrien vorsieht.
