Pressemitteilung

Angriffe auf Kobane trotz Waffenstillstand

 

Die Vertretung der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien in Deutschland äußert ihre tiefe Besorgnis über die jüngsten militärischen Angriffe auf die Stadt Kobane und umliegende Gebiete. Die gemeldeten Vorfälle stehen im Widerspruch zu bestehenden Waffenstillstandsvereinbarungen und verschärfen die ohnehin fragile Sicherheitslage in der Region.

Nach Informationen der Syrisch-Demokratischen Kräfte (SDF) kam es zu Artillerie- und Bodenangriffen auf Dörfer im Umland von Kobane, bei denen auch Zivilisten verletzt wurden, darunter Kinder. Diese Entwicklungen geben Anlass zu großer Sorge um den Schutz der Zivilbevölkerung und die Aufrechterhaltung von Stabilität in Nord- und Ostsyrien.

Kobane besitzt eine besondere symbolische Bedeutung als Ort des erfolgreichen internationalen Kampfes gegen den sogenannten „Islamischen Staat“. Eine erneute Eskalation gefährdet nicht nur die lokale Bevölkerung, sondern auch die bisherigen Fortschritte in der Terrorismusbekämpfung. Durch den Krieg der Übergangsregierung gegen Nord- und Ostsyrien kamen schon jetzt viele gefangene IS-Kämpfer frei.

Seit mehr als zehn Tagen erlebt Kobane einen großen Zustrom von Vertriebenen aus den umliegenden Dörfern. Die Stadt ist außerdem mit einer Blockade konfrontiert, die den Zugang zu lebensnotwendigen Gütern verhindert.

Die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien appelliert daher an die Übergangsregierung in Damaskus:

  • den Waffenstillstand uneingeschränkt einzuhalten,

  • Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung und der kurdischen Gebiete zu priorisieren und

  • diplomatische Anstrengungen zur Deeskalation zu verstärken.

Khaled Davrisch, Repräsentant von Nord- und Ostsyrien in Deutschland, kommentiert: „Durch die Angriffe auf das Umland von Kobane verletzt Damaskus den Waffenstillstand erneut. Wir rufen die Bundesregierung, die Europäische Union und die Vereinten Nationen dazu auf, ihren Einfluss geltend zu machen und sich aktiv für Stabilität, Dialog und den Schutz der Menschen in Kobane einzusetzen. Es braucht internationale Garantien zum Schutz der kurdischen Gebiete in Syrien.“